Willkommen zum ersten Blog-Beitrag unserer Arbeitsgruppe!

Die Nachwuchsforschungsgruppe “Digital Citizenship in Network Technologies” der Universität Duisburg-Essen, verortet an der Schnittstelle der Disziplinen Informatik, Psychologie und Kommunikationswissenschaft, interessiert sich für die Frage, wie meinungsbasierte Homogenität im Internet entsteht und was deren gesellschaftlichen Auswirkungen sind. In diesem Zusammenhang erfahren die Begriffe Echokammer und Filterblase seit einiger Zeit verstärktes öffentliches Interesse, was sich beispielsweise in einer verstärkten medialen Berichterstattung, politischen Agenden und informellen Diskussionen zu diesen Themen äußert. Obwohl ebenso die Anzahl wissenschaftlicher Beiträge zunimmt, stimmt der Tenor des öffentlichen Diskurses nicht immer mit dem wissenschaftlichen Kenntnisstand überein. Um diese Kluft aufzulösen, möchten wir daher in den kommenden Wochen auf die gängigsten “Mythen” zu Echokammern und Filterblasen eingehen.

Unter Echokammern verstehen wir virtuelle Räume im Internet (z.B. das persönliche soziale Netzwerk), in denen Menschen überwiegend mit Informationen und Meinungen konfrontiert werden, die eigenen Einstellungen und Sichtweisen entsprechen (Sunstein, 2007). Das Fehlen von Information, die eigenen Sichtweisen widerspricht, wird häufig mit negativen Auswirkungen in Verbindung gebracht, von der Polarisierung ideologischer Lager und gesellschaftlicher Spaltung bis hin zur Erosion demokratischer Prinzipien der Gesellschaft.

In ähnlicher Weise beschreiben Filterblasen personalisierte Räume im Internet, die durch technische Eigenschaften bzw. Algorithmen innerhalb digitaler Medien entstehen. Facebook und Twitter ermöglichen es den NutzerInnen beispielsweise, Inhalte selektiv zu abonnieren bzw. diesen zu folgen. Gleichzeitig “lernt” das Medium dadurch, in Zukunft insbesondere solche Inhalte anzuzeigen, die den Präferenzen eines Nutzenden entsprechen.

Echokammern und Filterblasen beziehen sich also beide auf persönliche Bereiche im Internet, die bezüglich eigener Präferenzen (z.B. einer bestimmtem politischen Ideologie) homogen sind. Während Echokammern solche homogenen Räume und ihre potentiellen Risiken beschreiben, fokussieren Filterblasen insbesondere auf Personalisierungseinstellungen und algorithmische Informationsauswahl.

Nun freuen wir uns im Folgenden, weitverbreitete Annahmen um Echokammern und Filterblasen im Internet unter Berücksichtigung des wissenschaftlichen Kenntnisstands zu beleuchten.

 

 

Literatur

Pariser, E. (2011). The Filter Bubble: What the Internet is Hiding From You. London: Penguin UK.

Sunstein, C. (2007). Republic.com 2.0. Princeton, NJ: Princeton University Press.

Ein Blick auf die Mythen um Echokammern und Filterblasen
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